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Der Park

Das Bestreben ist, diesen historischen Landschaftspark mit einem guten Gehölzbestand als „geschützter Landschaftsbestandteil“ gemäß dem Sächsischen Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (SächsNatSchG) zu erhalten und für die Mitbürger als Naherholungsbereich zu gestalten.


Leider findet dieses Bestreben kaum Unterstützung durch den Rat der Gemeinde, obwohl sehr gute fachliche Unterstützung von Landschaftsgärtnern und Dendrologen der TU Dresden u. ä. lange Zeit zugesagt waren. Selbst das vorhandene Parkprojekt von 1981 sowie eine Diplomarbeit von 2002 und permanente aktuelle Hinweise zur Erhaltung und Gestaltung werden leider ignoriert.

1981 hatten wir vom Parkaktiv mit dem 3. Parkseminar der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Bezirk Dresden eine Pflege- und Pflanzaktion organisiert, bei der neben Einwohnern 2 Tage lang über 60 Interessenten aus dem Bezirk Dresden u. darüber hinaus freiwillig mitwirkten.
Alle mit der Zielstellung, etwas für die Schönheit in der Natur zu tun - den von unseren Vorfahren gestalteten Landschaftspark zu erhalten.


Denkmale im Park:

Friedenseiche von 1866 zur Beendigung des „Preußisch-Deutschen Kriegs“
Das Fürstentum Reuß wurde von Preußen okkupiert und hatte gem. dem Vertrag von 26. Sept. 1866 zwischen der Regentin Caroline von Reuß und Preußen 100 000 Taler Kriegsentschädigung an Preußen zu zahlen.
Friedenseiche von 1870 / 1871 anlässlich der Beendigung des Deutsch-Französischen Kriegs
ca. 19.März 1871 gepflanzt.

Ein etwas angepasster Text aus dieser Zeit lautet:

Möge die Eiche „den zukünftigen Geschlechtern Frieden verkünden und wie Kaiser und Reich erstanden und das die blutigen Kriege von 1870/71 mit dem Frieden von Paris am 28. Februar 1871 sinnvoll für Deutschland und Frankreich sind.“


Plauen-Eiche
Anlässlich des durch Heirat von Prinz Heinrich XXVI. Reuß-Köstritz mit der „bürgerlichen“ Victoria Gräfin v. Fürstenstein wurden lt. Familiengesetz deren Kinder aus dem Adelsstand entlassen und lebten nun unter dem in der Hierarchie niedriger eingestuften Namen „Graf / Gräfin von Plauen“.

Zu diesem Ereignis pflanzten sie im Park eine Roteiche und setzten an dieser Stelle einen Granitstein mit der Aufschrift: PLAUEN-EICHE 1887 – 1893.

Diese Familie sind die Vorfahren des 1999 verstorbenen Ehemanns der ABBA-Sängerin Anni-Frid Lyngstad Prinzessin Reuß von Plauen, Herrn Heinrich Ruzzo Prinz Reuß von Plauen.

Anlässlich der Pflegeaktion mit dem 3. Parkseminar 1981 und ein Jahr später zum 1. Parkseminar des Kreises Niesky haben wir auch diesen Gehölzbereich frei gestellt, besser sichtbar gemacht und Gehölze wie den Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Eichen, Buchen usw.gepflanzt, um das Werk unserer Vorfahren zum Wohle unserer Kinder fort zu setzen.

Einheitseiche

3. Okt. 1990
An diesem Tag wurde das besiegelt, das nach dem 2. Weltkrieg in der Nationalhymne der DDR von 1949 bis zum 3. Okt. 1990 gültig war und die Sehnsucht nach der Einheit unseres Landes beschrieb:
„Auferstanden aus Ruinen
Und der Zukunft zugewandt,
Lasst uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland…“  

Am 10.05.2004 kam ein unterdessen berühmter Mann hierher, der 1945 in den Kriegswirren als 9-jähriger mit seinen Eltern bei Verwandten eine „Heimat für kurze Zeit“ fand.
Es ist Professor Günter Blobel, der in New York an der Rockefeller Universität wirkt und für seine Ergebnisse in der Zellforschung 1999 den Nobelpreis bekam.

Das Geld spendete er für den Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden.

Er kam gern an die Stätten seiner Kindheit - zumal er hier in seiner Heimat Bezugspersonen vorfand, die ihm spontan die Türen öffneten!

Zur Erinnerung spendete und pflanzte Günter Blobel einen Baum.

Blobel pflanzt Eiche in UllersdorfBlobel pflanzt Eiche in Ullersdorf

Es ist eine Trauben-Eiche, ein robustes Gehölz, das in unserer Region zu Hause ist, über 450 Insektenarten Nahrung u. Schutz zum Gedeihen bietet u. mit seinen fast unscheinbaren Blüten eine gute Bieneweide ist.
Aber nicht nur der Nektar, sondern der Pollen sind für die Insekten wichtig, dessen Eiweiß bzw. die Proteine die Basis für den gesunden Nachwuchs sind - und das Forschungsobjekt von Herrn Professor Blobel.

Wir haben den Standort ausgewählt im Ortskern am Parkeingang, wo sichtbar wird, dass das Leben eine Symbiose bildet von einerseits Arbeit und Kommunikation - entstehender Gewerbehof, Gaststätte, Sportplatz und andererseits Entspannung u. Erholung im Park.


Getreu dem Ausspruch, den Johann Wolfgang v. Goethe seinen Faust sagen lässt:

„Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“

Die frei lebenden Tiere brauchen für ihre Existenz dringend Flächen
mit derartigen einheimischen Laubbäumen.


Ich werde die Hoffnung auf den Erhalt des Parks nicht aufgeben -
analog einem Gedicht des Herrn W. v. Goethe, das er vor 220 Jahren verfasste.

Hoffnung

Schaff`, das Tagwerk meiner Hände,
hohes Glück, das ich´s vollende !
Laß, o laß mich nicht ermatten !
Nein, es sind nicht leere Träume:
Jetzt nur Stangen, diese Bäume
geben einst noch Frucht und Schatten.

Und ich ergänze:

Dies nicht nur damals in Thüringen – auch heute hier in Sachsen
für unsre Kinder soll´n sie wachsen.

Alle soll´n es sehn, aus welchem Anlass diese Eiche steht,
jeder der hier vorbei am Gedenkstein aus dem Lande Nobels zur
Arbeit oder Erholung geht.

Jürgen Starovsky, 10. Mai 2004

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