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Baarsdorf in den 30er Jahren

Vor vielen Jahren in meiner Kindheit war eine ganz andere Zeit.
In Baarsdorf, unser Nachbarort, viele Großbauern gab es dort.
Man hatte nicht so viel Hektik wie heute, doch auch damals hatten Kummer und Sorgen die Leute.
Aber durch die Ruhe im täglichen Leben konnt´s in manchem Haus einen Witzbold geben.
Damals hat weder Radio noch Fernseher gespielt, man sich gegenseitig zum Narren hielt.


Von Jänkendorf aus im ersten Haus, sah Schuster Preusker zum Fenster raus.
Er reparierte Schuhe für Groß und Klein, da musste schon mal ein Päuschen sein.
Paul Schleuder kam als Invalide vom 1. Weltkrieg zurück,
er musste sich abfinden mit seinem Geschick.
Wertvolle Bilder in Ölfarbe naturgetreu und schön, sah man unter seiner Hand entstehen.
Jeder kann froh sein, wer solche Bilder gekannt, auch bei uns hängt eines davon an der Wand.
Am Gasthof „Zum fröhlichen Landmann“ wohlbekannt, Sonntags manch Kutsche und Landauer stand.
Damit die Pferde schön ruhig standen, die Kutscher sie an die Stange banden.
Muttl Noack konnt nicht nur gut kochen für die Gäste,
sie wusste auch gegen viele Krankheiten das Beste.
Schräg runter, fast unten am Graben, hat Winter, Albert die Pferde beschlagen.
Dort hat seine junge, liebe Frau den Siegfried geboren, aber leider dabei Ihr Leben verloren.
Ein Stück weiter ein Elektriker dann, baute eine Behelfswerkstatt an ein Wohnhaus an.
Fast am Ende von Baarsdorf konnte man sehen, drei Betriebe beisammen stehen.
Stellmacherei, Gaststätte und Lebensmittelladen, alles was man brauchte konnte man dort haben.
Früher kam kein großer LKW mit Waren, wenn zwischendurch was fehlte, musste man selber fahren.
Einst war in der kleinen Attendorfer Bäckerei der Zucker alle, also half man sich selbst in diesem Falle.
Bäcker August fuhr mit dem Rad zu Richters Laden, er musste ja wieder Reserven haben.
Kauft Zucker und ruhte sich aus, er musste ja nicht gleich nach Haus.
Betrat die Gaststube trank Schluck für Schluck, endlich hatte er dann genug.
Da aber der Attendorfer Weg viele Kurven hat, ging der Heimweg nicht so glatt.
Er ist zwar nach Hause gekommen, aber leider etwas benommen.
Man suchte dann am nächsten Tag, das Fahrrad nebst Zucker im Graben lag.
Am Ende von Baarsdorf war eine Gärtnerei, das ist aber jetzt alles vorbei.
Dort wohnt jetzt ein Elektriker, den jeder braucht, und wenn man ihn ruft, dann kommt er auch.
Auch einen Bürgermeister hatte Baarsdorf, man glaubt es kaum, und eine Schule – das ist kein Traum.

Marianne Henke                                Attendorf

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