Powered by JUNGUNDNET.COM

Search, View and Navigation

alteweissenberger01.jpg

Heute Morgen Übermorgen

 
Sie befinden sich hier: Start VEREINE Jagdgenossenschaften 10 Jahre Jagdhelfer und über 40 Jahre Jäger

10 Jahre Jagdhelfer und über 40 Jahre Jäger

10 Jahre Jagdhelfer und über 40 Jahre Jäger
Jagdlicher Überblick ab 1971

Im Kreis Niesky gab es 4 Jagdgesellschaften, Niesky, Mücka, Kodersdorf und Wildforschung mit 150 Jägern.
Die Jagdgesellschaft Kodersdorf, 45 Jäger, erstreckte sich von Biehain bis Arnsdorf mit einer Gesamtfläche von 11.650 ha, davon 4.175 ha Waldfläche.
Die Jagdgesellschaft Kodersdorf  war in 5 Jagdgebiete aufgeteilt mit einer Größe von 1.650 ha bis 4.100 ha Jagdfläche.

Für die Durchführung und Erfüllung aller jagdlichen Aufgaben war in jedem Jagdgebiet ein Jagdleiter verantwortlich.
Im Jagdgebiet 16 (Ullersdorf) mit 1.650 ha gab es neben dem Jagdleiter im Durchschnitt noch 10 Jäger.
Sie waren für die Hege und den Abschuss in den ihnen zugeteilten Hegebezirken verantwortlich, meistens zu zweit für eine Jagdfläche von ca 300 ha.
Einmal in der Woche war Besprechung beim Jagdleiter (Sonntag 9.00 Uhr). Der Abschuss des Wildes wurde beim Jagdleiter angegeben. Das Wild wurde zum Staatlichen Forstbetrieb in Niesky in die Kühlzelle geliefert, dafür war jeder
Jäger verantwortlich.

Weiter wurde die Ausgabe der staatlichen Waffen getätigt. Im Jagdgebiet Ullersdorf gab es 3 Eigentumswaffen und 4 Gesellschaftswaffen. Die Eigentumswaffen hatte jeder Eigentümer zu Hause, die Gesellschaftswaffen wurden durch den Jagdleiter wöchentlich vergeben und der Verschuss von Munition wöchentlich durch einen Eintrag im Schussbuch festgehalten.

Das erlegte Wild gehörte dem Staatlichen Forstbetrieb, der Erleger, also der Jäger des Jagdgebietes bekam ca. 30 % vom Gewicht des Schalenwildes als Schützenanteil. Wurde der Schützenanteil nicht vom Jäger beansprucht, bekam er Ende des Jahres diesen Anteil durch den Forstbetrieb in den damals üblichen kg-Preisen ausgezahlt.
z.B. wurde 1980 im Jagdgebiet Ullersdorf (16) folgendes Wild erlegt:

6 Stck Muffelwild, 30 Stck Rehwild, 30 Stck Schwarzwild, 35 Enten, Fuchs – 7, Marder – 20, Katzen 10 und Iltis 1 Stck.

Das gesamte Abschussgewicht des erlegten Schalenwildes betrug 1.700 kg, davon waren 470 kg Schützenanteil.

Es wurde monatlich eine Gebietsversammlung durchgeführt und durchschnittlich 3 Jagdgesellschaftsversammlungen.
Einmal im Jahr wurde ein jagdliches Pflichtschießen durchgeführt. Die Jagdgesellschaft Kodersdorf hatte einen eigenen
Schießstand in Biehain.

Nach der Wende wurde das Jagdrecht untrennbar mit dem Eigentum an Grund und Boden verbunden.
Die Eigentümer von jagdlichen Flächen der Gemeinden gründeten Jagdgenossenschaften und die jagdbaren Flächen wurden an Jäger verpachtet. Eine Mindestgröße von 280 ha ist Voraussetzung für ein Pachtgebiet. 

In den Gemeinden Nieder Seifersdorf, Diehsa, Jänkendorf und Thiemendorf gibt es gut organisierte Jagdgenossenschaften. Die Zusammenarbeit zwischen den Jagdpächtern und den Vorständen der Jagdgenossenschaften sind gut. Wichtigste Aufgabe dabei ist, einen gesunden Wildbestand zu erhalten, den Artenreichtum in der Tier- und Pflanzenwelt zu schützen und gegenüber der Land- und Forstwirtschaft den durch Schalenwild entstehenden Wildschaden so gering wie möglich zu halten.

Jagd, das ist vor allem auch die Pflicht zur Hege des Wildes, zum verantwortlichen Umgang mit der Natur und zur Nutzung der jagdbaren Wildarten. Wildbret ist ein hochwertiges Lebensmittel. Suchen Sie sich einen Jäger ihres Vertrauens und erwerben Sie bei ihm Wildfleisch. Die Qualitätssicherung des Wildfleisches ist durch die einheimischen Jäger garantiert.

Saftiger Wildschweinbraten oder zarte Rehkeule, das verbinden viele Menschen mit der Jagd. Doch Jägerdasein umfasst viel mehr als auf die Pirsch zu gehen.  Lebensräume für heimische Tiere verbessern, Arten zählen und erforschen, Impfkörper gegen Tierseuchen ausbringen, Wildschäden im Wald und Feld vermeiden, bei Wildunfällen Tiere bergen oder Bürgern im Umgang mit Wildtieren in Siedlungen beraten. Tagtäglich stellen sich hervorragende ausgebildete Jägerinnen und Jäger diesen Herausforderungen, ehrenamtlich, oft mit hohen finanziellen Aufwand und aus tiefster Überzeugung. Die Jagd ist schon lange keine Hobby mehr. Es ist harte Arbeit und beansprucht viel Freizeit und eine hohe Passion jeden Jägers.
Was braucht man als Revierpächter alles? Jagdschein, Jagdpacht, Jagdwaffen, Versicherung Berufsgenossenschaft, jagdliche Einrichtungen, z. B. Kanzelleitern, Kühlzelle, Jagdhund, Mitgliedschaft im Jagdverband/Hegering und vieles mehr.

Aufpassen sollten wir, dass die Jagd nicht zu einem rein wirtschaftlichen Unternehmen wird.
Am meisten darunter leiden wurde die Tier- und Pflanzenwelt.

Weidmannsheil
W. Lätsch

Seitenanfang